19. Juli 2017

der andere moment... noch nicht vorüber

die augen zusammendkneifend, den kopf bei seite gedreht, die arme schützend vor dem körper... schutz suchend. da ist er, der knall, bereits erwartet und dennoch zuckt der gesamte körper unkontrolliert zusammen. alles in mir will fliehen...
dabei sitze ich nur im kino. innen leben, der film trifft mich tiefer als alles, was ich in den letzten jahren gesehen habe. kein großes leinwandkino, kein aktionreißer.

https://i.ytimg.com/vi/82qB4mubdGw/maxresdefault.jpg

im herbst zwanzigfünfzehn war ich in wien. für mich fast wie aus dem nichts kennt die österreichische presse nur noch ein thema. auf dem heimweg sehen wir sie entlang der autobahn laufen... richtung grenze. die flüchtlingswelle... und wir mittendrin. es beschäftigt mich noch wochen später, mittendrin zu stehen und doch nichts tun zu können.

mit beginn des darauffolgenden jahres ergibt sich die möglichkeit in einer erstaufnahmeeinrichtung aktiv zu werden. der erste einblick, beklemmend. bett an bett, mensch an mensch... privatsphäre ist ein fremdwort, mittendrin ein haufen quirliger kinder.
mit diesen kindern werden wir die kommenden monate basteln und spielen. ein bisschen wie einmal die woche kindgeburtstag feiern, zu dem zu viele kinder eingeladen sind. bestimmt dreissig von ihnen, auf biertischgarnituren verteilt... papier, stifte, scheren kleber. es braucht nicht viel um kinder für einen moment aus ihrem alltag zu holen.


nicht mal eine gemeinsame sprache. es wird viel gestikuliert. ein deutliches nein funktioniert international. streit schlichten kann man auch ohne die sprache des anderen zu sprechen. der vielleicht zweijährige der rückwärts von der bierbank plumpst, lässt sich mit in den arm nehmen, pusten und gut zureden genau so beruhigen wie jedes andere kind.


doch genau diese kinder sind es, die ich im film vor mir sehe. die große tochter, wie sie versucht uns ein paar worte in ihre heimatsprache zu übersetzen. die mittlere erinnert an ein mädchen, dass damals so stolz ihre neue brille präsentierte. der kleine bruder... einer von so vielen, die es mit dem basteln nicht so richtig hatten, dafür um so lieber in den bilderbüchern blätterten und drauf los plapperten.
unvergessen als mehrere von ihnen plötzlich in einer für uns harmlosen sommer-strand-szene auf das gummiboot deuten, sich ihre worte überschlagen, die wir nicht verstanden.

eines tages kam eine mail. die erstaufnahmeeinrichtung schließt am darauf folgenden montag. wie aus dem nichts. die bewohner wurden umverteilt. das bürogebäude steht seitdem vermutlich leer. keine ahnung, was die kinder heute tun.

unsere arbeit in der unterkunft ist vorbei, der krieg in syrien oder wo auch immer auf der welt noch lange nicht. niemand, der den film gesehen hat, kann glauben, dass die menschen freiwillig gegangen sind. niemand...

10. Juli 2017

gesammeltes... randonneur style

`randonneur [ʀɑdɔnœʀ] (von franz. wanderer) ist die unter radfahrern gebräuchliche bezeichnung für einen langstreckenradfahrer, der große distanzen in zumeist sportlichem tempo, mit nur geringen Pausen und möglichst autark zurücklegt...´ wikipedia

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7. Juli 2017

persönliches... aus aktuellem anlass

ein blick nach hamburg...
und einen alten link herausgekramt.

mehr als zwei jahre später würe ich genau die gleichen worte wieder wählen... #g20

28. Juni 2017

persönliches... unser kleines grosses dorfkaufhaus


früher gab es im ort zwei kaufhäuser, eines davon längst zum fitnessstudio geworden, hält sich das zweite wacker. 
 als kinder haben sind wir ewigkeiten durch die spielzeugabteilung gestreunert, in der haushaltwarenabteilung im keller wurde das salatbesteck gekauft was mama zu weihnachten bekam. aus der kurzwarenabteilung stammen vermutlich die wollknäule mit denen ich häkeln gelernt habe.
 
noch im rohbau...

irgendwann haben wir fast gegenüber gewohnt... in der zeit, wahrscheinlich nicht einmal drin gewesen. lag die große stadt doch vor der türe und mit beginn des studiums ohenhin jeden tag in der stadt gewesen....

heute ist das ganz anders... in der großen stadt wohnend, wo es alles überall zu kaufen gibt, wird das kleine kaufhaus auf einmal wieder interessant.



in der klamottenabteilung im erdgeschoss gibt es nur eine kleine auswahl, ganz normal, dass auch mal nichts für mich dabei ist. ein anders mal geht es dafür ganz schnell.... die weiße bluse, die ich einen samstag lang in der stadt gesucht habe, hängt hier ganz unschuldig rum. ein kuscheliger pulli perfekt für den herbst... beim putzen der schuhe zu hause noch gedacht, dass die nach jahren auch mal ersetzt gehört steht hier meine marke, mein modell, meine größe.


beim zusammenstellen des campingkrempels beschlossen, dass eine bestimmte sorte schüsseln hervorragend als suppen- oder pastaschüsseln geeignet wären, der onlineversender hätte zu spät geliefert, das küchenfachgeschäft zu früh geschlossen... in meinem kleinen kaufhaus sind sie in passender größe, gewünschter farbe und ausreichender anzahl vorhanden.

große weiße briefumschläge, aquarellpinsel, nähgarn, druckerkompatibles transparentpapier, gibt´s hier alles zu kaufen...

bildquellen: www.kaufhaus-braun.de

24. Juni 2017

sasmtagskaffee... sommermomente


eiswüfel im kaffee,
barfüßig über die wiese,
sommerkleidchen flatternd cabrio fahren.
 

kurz innehaltend auf speichern drücken... so soll sommer sein.

sonnenstuhlmomente,
sonnenverbrannte nasen,
sommerabende die keine abkühlung finden,
gewitterwolken die nicht regnen wollen
....und blumen aus mamas garten...
nie wird es hier richtig sommer, 
früher hat es nicht so viel geregnet, 
waren die schwimmbadpommes besser
...wirklich?

der sommer ist so voll, so satt, so wunderbar. es wird gefeiert und gelacht... im kleinen wie im großen. hochzeiten, gartenfeste, die spontane flasche wein auf der terasse. von allem etwas, alles fein.

klingt irgendwie kitschig, geschönt... ist dabei aber einfach das konzentrat. 
klar gibt es dinge, die gerade nicht nach plan laufen, anders oder besser sein könnten. doch genießen fängt manchmal ganz klein an.


16. Mai 2017

handwerkliches... candy bar



sie: "guck mal wir haben jetzt eine candy bar!!" *freu*
er: "ja...  super" *augenroll*

scheint wohl doch so ein mädels ding zu sein. den ursprung in den usa ist die candy bar oder der sweet tabele zur zeit nicht wegdenkbares hochzeits-deko-zubehör. ein bisschen kaufladen, ein bisschen schwimmbad-kiosk-kindheitserinnerung... entweder als teil der nachtischauswahl oder seperat lädt sie dazu ein kleine tütchen mit allerlei süßem zu befüllen. 



die kiste entstammt dem heimischen fundus, irgendwann mal vom sperrmüll gerettet findet die aus alten latten zusammengezimmerte box ihre neue bestimmung. ausgelegt mit zwei stoffservietten bietet sie ausreichend platz für die alten schraubgläser von oma. zwei weiß lackierte holzstäbe dienen als halterung für die girlande aus wabenbällen. kleine schraubhaken halten die mit lochung versehenen papiertütchen.
der schwarze pfeil ist ein baumarktreststück mdf, zurecht geschnitten mit der stichsäge und schwarzmatt lackiert. wer mag kann tafellack nehmen. die ersten fehlversuche mit dem kreidestift ließen sich aber auch so problemlos abwischen. vorlagen für passende schriftarten finden sich online zu hauf.


brause ufos, saure stäbchen in die schraubgläser kommt alles was kleine und großen schleckermäulern mögen und kleiner tip am rande... haribo hat einen fabrikverkauf

die alu-schaufel ist zwar gefühlt winzig passt dadurch aber ganz gut durch die öffnungen der schraubgläser. kleine zangen gibt es online ebenfalls für kleines geld. 

... noch in der fertigstellung ist ein zweites hochzeits-diy... das gibt´s dann bei gelegenheit. und bevor fragen auftauchen.... eine ganz liebe freundin von mir heiratet. ich bin nur die trauzeugin.

15. Mai 2017

typografie... ein leben ohne kuchen


hing heute im büroflur in a3. denn einmal im jahr gibt´s kuchen... mümmelnde gesichter, die den vorausgegangenen beinahenervenzusammenbruch nach brandgeruch und rauchschwaden am vorabend vergessen machen.